Die bilinguale Sprachwelt der Kinder

In der Welt, in der wir leben, sprechen immer mehr Menschen mehrere Sprachen. Was einmal nur wenigen Menschen vorenthalten war, ist zum Einen leichter zugänglich geworden und eröffnet zum Anderen neue Möglichkeiten seinen Wohn- und Arbeitsort zu wählen.

Die moderne Wissenschaft ist der Meinung, dass Kindern dafür eine gewisse „Ur-Grammatik“ ein Ur-Verständnis zur Verfügung steht. Weltweit erlernen Kinder die Grammatik ihrer Muttersprache in der sensiblen Phase des Spracherwerbs, im Alter von etwa 2,5 – 4 Jahren. Wachsen Kinder in dieser Zeit mit 2 Sprachen auf, wie beispielsweise in einem zweisprachigen Elternhaus, so erlernen sie beide Sprachen gleichzeitig, was sonst nur mit einer Sprache, der Muttersprache geschehen würde. Je weiter man sich von dieser „sensiblen Phase“ entfernt, desto weniger ist der Spracherwerb im Sinne einer Muttersprache möglich.

Die Erziehung in einer bilingualen Kita in Berlin

El Mundo de los Niños betreibt insgesamt neun bilinguale Kitas in Berlin. Sieht man, mit welcher Leichtigkeit, Neugier und Spaß Kinder in diesem Alter ihre Muttersprache, beziehungsweise eine weitere Sprache erlernen, so wird deutlich, dass eine bilinguale Erziehung im Kindergarten Fähigkeiten nutzt, die dem Kind in diesem Umfang später nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Um zweisprachig aufwachsende Kinder in der Entwicklung ihrer Sprachkompetenz optimal zu unterstützen, müssen beide Sprachen gefördert werden, denn die Kindergartenzeit fällt mit der sensiblen Phase des Spracherwerbs zusammen und weder Mutter- noch Zweitsprache sind bis dahin vollständig entwickelt. Sprachen bauen aufeinander auf, beeinflussen sich wechselseitig. Auch noch so gute Programme der Sprachförderung verfehlen letztlich das Ziel, wenn die in der Familie erworbene Sprachkompetenz der Kinder nicht berücksichtigt wird.

Dies gilt vor allem, wenn die Familiensprache von der Landessprache abweicht, in der die Familie real lebt.

Sprachbaden

Immersion meint das Eintauchen in eine andere Sprache, sinngemäß: in ein Sprachbad eintauchen. Die neue Sprache wird also nicht nur einmal wöchentlich für eine gewisse Zeit zum Gegenstand der Aufmerksamkeit, sondern ist ganz selbstverständlich Umgangssprache im Kindergartenalltag in jeder unserer bilingualen Kita in Berlin.

Dabei gilt das Prinzip: Eine Person - eine Sprache.

Die Erzieherinnen und Erzieher sprechen konstant in ihrer eigenen Muttersprache mit den Kindern, haben aber auch Kenntnisse der jeweiligen Partnersprache, damit sie Kinder und Eltern, so wie sich selbst untereinander, gut verstehen können.

Da unsere Kita von Kindern mit unterschiedlichem muttersprachlichem Hintergrund besucht wird, ist entweder Spanisch oder Deutsch die jeweils „fremde“ Sprache. So ist es wichtig, dass wir Erzieher die sprachlichen Handlungen auch auf nicht sprachlicher Art unterstützen.

Mitten im Alltag der Kinder

So begleiten wir beispielsweise Gesprochenes durch Gestik und Mimik, zeigen auf das Benannte oder Bilder davon. Wir spielen mit den Kindern Spiele, die ihnen vertraut sind, in der neuen Sprache etc. Dabei ist es durchaus förderlich, wenn die diversen, sich täglich wiederholenden Aktivitäten immer wieder und damit formelhaft mit den entsprechenden sprachlichen Wendungen begleitet werden. Der Grundgedanke ist, dass Sprache möglichst kontextualisiert verwendet wird, also mit direkter Verbindung zum Alltag der Kinder. Erklärungen oder Unterweisungen über sprachliche Sachverhalte werden so nicht nötig, da sich die Kinder Wörter und Strukturen eigenständig aus der Situation erschließen können. Dies entspricht der natürlichen Art Sprachen zu lernen. 

Die Immersion ist also eine kindgerechte und damit auch kinderleichte Methode, zum Erlernen von Sprachen. Sie motiviert stark und kommt ohne Zwang und Leistungsdruck aus. Immersion überfordert kein Kind. Auch muss ein Kind nicht erst seine Muttersprache perfekt beherrschen, bevor eine zweite Sprache dazukommen kann, denn sie übertragen ihr Wissen über Sprache unbewusst auch auf die Muttersprache und übertreffen dadurch oft sogar ihre Altersgenossen in der muttersprachlichen Kompetenz.

Praktische Umsetzung der Sprachvermittlung

Die ErzieherInnen vermitteln den Kindern Freude, Spaß und Selbstwirksamkeit an der Kommunikation, da sich Interaktion zwischen Menschen oder Gruppen vor allem auf sprachlicher Verständigung aufbaut. Die Kinder lernen, dass Sprache unter anderem dazu dient, Wünsche, Mitteilungen und Befindlichkeiten auszudrücken.
Bilingualität in unseren bilingualen Kitas in Berlin

Sprache anregen in der Praxis mit Krippen - und Kindergartenkindern heißt zusammengefasst:

• Kommunikation fördern (z.B. ist das Wickeln eine wichtige Gelegenheit zur Kommunikation zwischen ErzieherIn und Kind),
• Sprechanlässe schaffen (z.B. altersgemischte Beschäftigungen – ältere Kinder als Sprachvorbilder, Ressource Berlin: bilinguale Kita)
• Bilderbücher anschauen und darüber sprechen
• Lieder, Fingerspiele, Verse singen und sprechen
• Wahrnehmung der Kinder fördern (z.B. Wiederholungen und Rituale schaffen, deutliche Aussprache, Gesprochenes durch Mimik und Gestik unterstützen)
Deutsch-spanische Kitas in Berlin
5 Kitas gefördert von der Berliner 
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